Im Septem­ber 2011 habe ich mit zwei wei­teren Kolle­gen das Trai­nee-Pro­gramm der Hanno­ver Rück be­gon­nen. In acht Sta­gen durf­te ich in ver­schie­de­nen der Ab­tei­lun­gen der Per­sonen-Rück­ver­si­che­rung mit­arbei­ten. Natür­lich ist es toll, in dieser Zeit so viele Kolle­gen und Kolle­gin­nen ken­nen­zuler­nen, aber ein „Bonbon“ waren insbe­son­dere meine Aus­lands­-Stage in Seoul. Ab August 2012 be­suchte ich die korea­nische Branch der Hanno­ver Re für drei Monate. Darin war auch ein 2-wöchiger Be­such des Büros in Tokyo enthal­ten. Von bei­den Aufent­halten ver­sprach ich mir sehr viel, da ich auch nach meinem Trainee­-Pro­gramm viel mit den Kolle­gen in Japan und Korea zu­sammen­arbei­ten soll.

Los ging es an einem Sonn­tag in Hanno­ver. Über Frank­furt flog ich in eine neue und unbe­kannte Welt – nach Seoul. Am Flug­hafen war­tete ich inmit­ten meh­rerer korea­ni­scher Taek­wondo-Jugend­mann­schaf­ten auf den Flug und bekam einen ersten Vor­ge­schmack, wie es ist, nicht viel vom Ge­spro­chenen zu ver­ste­hen. Als ich auf meinem Platz saß und die ganzen 10-jährigen sich dazu setz­ten, ahnte ich schon Schlim­mes, doch mit Ab­flug waren alle wie aus­ge­knipst und der Saal schlief.

Plattenbau

Gut am Flug­hafen in Seoul ange­kom­men, stieg ich in den näch­sten Bus zum Hotel, der mich 90 Minuten lang an Bauten vorbei­führ­te, die ich nicht in diesen Men­gen erwar­tet hatte – große „Plat­ten­bau­hoch­häuser“. Effek­tiver kann man ein Grund­stück wohl kaum bewoh­nen.

Nach der An­kunft im Hotel drehte ich eine Runde um den Block, wo die Ge­schäfte ganz anders aus­sahen. Zwischen den rie­sigen Straßen lie­gen Häuser­blöcke, die von winzi­gen Gassen durch­zogen sind. In die­sen Gas­sen drängen sich mas­sen­haft kleine Ge­schäfte, un­ge­fähr so groß wie eine Ga­rage. Darin stapeln sich Stahl, Holz oder Motor­rad­tei­le. Ein klei­ner Durch­gang bleibt frei. Dort und auf der Straße wird dann gebaut und ge­schweißt - natür­lich in Schlap­pen.

 

Neonreklame

Er­staun­licher­weise zeigt der Blick aus meinem Fens­ter im 11. Stock wie­der eine ganz andere Seite von Seoul. Nachts leuch­ten bis in die Ferne die Neon­rekla­men, so­dass die Groß­stadt auch tat­säch­lich wie eine wirkt. Die eigent­liche Sky­line und das Office der Hanno­ver Rück lie­gen etwas west­lich vom Foto­aus­schnitt.

Meinen ersten Tag im Büro kann ich nur als sehr ange­nehm be­schrei­ben. Ich wurde morgens von Sue abgeholt, die mir den Weg zur U-Bahn und von dort zum Büro zeigte. Dort gibt es fünf Ein­zel­büros, die durch Glas­schei­ben vom Rest des Zimmers abgetrennt sind, wo die offe­nen Ar­beits­tische sind. Ich sitze auch an solch einem Tisch und bin be­geis­tert, wie bequem Büro­stühle doch sein können, wenn sie (für mich) nicht zu groß sind. Ge­nauso faszi­nie­rend ist, dass ich auf alle meine Datei­en zugrei­fen kann, als wäre ich in Deutsch­land. Selbst die Speise­karte der Kantine in Hannover kann ich hier abru­fen.

 

Das folgende Bild zeigt einige Gebäude in der direkten Umgebung des Büros.

Bueros

Nach einer ersten Vor­stel­lungs­run­de wur­den mir die Ar­beits­abläufe im Büro erklärt. Zudem fing ich an, mich in die ko­reani­schen Ver­träge einzu­lesen, die es zum Glück auch auf Englisch gibt. Die Kolle­gen sind alle sehr, sehr nett und zuvor­kommend. Heute Mit­tag gin­gen wir alle ge­mein­sam Bibimbab essen - Reis serviert in einem heißen Stein mit Fleisch, Spinat, Sesam und vielen wei­teren Sachen, die ich nicht ein­deu­tig zuord­nen konn­te. Am Abend be­glei­tete mich eine Kolle­gin zum Shopping und zeig­te mir einen Teil der In­nen­stadt. Dabei kehr­ten wir auch in ein Res­tau­rant ein und aßen ein tradi­tion­elles Nudel­ge­richt. Das Essen ist wirk­lich ausge­zeich­net.

Strasse

Nach diesen ers­ten beiden Tagen und meinen ersten Ver­suchen Korea­nisch zu spre­chen, glaube ich, dass mir ein spannen­der Aufent­halt in einer leben­digen und schönen Stadt bevor­steht, auf den ich mich sehr freue!

Viele Grüße aus Seoul!

Mariko Wassy

 

Die erste Woche