• Bruttoprämie steigt um 19,9 %
  • Großschäden in der Schaden-Rückversicherung im ersten Halbjahr über Erwartungswert
  • Vorsorge für mögliche Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine von insgesamt 316 Mio. EUR
  • Rückläufige Pandemiebelastungen in der Personen-Rückversicherung
  • Kapitalanlagerendite von 3,0 % übertrifft Zielwert
  • Nettokonzerngewinn erreicht 649 Mio. EUR
  • Kapitalbedeckungsquote nach Solvency II mit 235,1 % weiterhin auf sehr hohem Niveau
  • Eigenkapitalrendite mit 12,4 % deutlich über Mindestziel
  • Gewinnziel für 2022 bestätigt
  • Ziele für Bruttoprämienwachstum und Kapitalanlagerendite erhöht

Hannover, 4. August 2022: Die Hannover Rück bestätigt ihr Gewinnziel für 2022, nachdem sie im ersten Halbjahr in einem herausfordernden Marktumfeld einen Nettokonzerngewinn von 649 Mio. EUR erzielen konnte. Gleichzeitig stiegen die Bruttoprämien erneut zweistellig.

„Unser ungebrochen hohes und profitables Wachstum zeigt, wie sehr der Rückversicherungsschutz der Hannover Rück bei unseren Kunden in schwierigen Zeiten gefragt ist“, sagte Jean-Jacques Henchoz, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück. „Wir haben im ersten Halbjahr nicht zuletzt aufgrund unseres hervorragenden Risiko- und Kapitalmanagements ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Das ist uns trotz Rückstellungen für die Folgen des völkerrechtswidrigen Ukrainekriegs, trotz hoher Großschadenbelastungen und trotz weiterer Leistungen aus der Pandemie gelungen.“

Konzernergebnis: Bruttoprämie wächst um 19,9 %

Die gebuchte Konzernbruttoprämie stieg um 19,9 % auf 17,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 14,5 Mrd. EUR). Währungskursbereinigt hätte das Wachstum 13,0 % betragen. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich um 19,6 % auf 13,8 Mrd. EUR (11,5 Mrd. EUR). Bei konstanten Währungskursen hätte das Wachstum 12,9 % betragen.

Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich auf Konzernebene um 3,9 % auf 919 Mio. EUR (956 Mio. EUR). Der Nettokonzerngewinn fiel um 3,3 % auf 649 Mio. EUR (671 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie lag bei 5,38 EUR (5,56 EUR).

Eigenkapital: Annualisierte Eigenkapitalrendite weiter deutlich über Mindestziel für das Gesamtjahr

Das Eigenkapital der Hannover Rück belief sich zum Ende des ersten Halbjahres auf 9,0 Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 11,9 Mrd. EUR). Grund für den Rückgang war der Anstieg des Zinsniveaus, der die Kurswerte der festverzinslichen Wertpapiere im Kapitalanlagebestand deutlich reduzierte.

Die annualisierte Eigenkapitalrendite erreichte damit 12,4 % (31. Dezember 2021: 10,8 %) und übertraf das Mindestziel von 900 Basispunkten über dem risikofreien Zins deutlich. Der Buchwert je Aktie betrug 74,37 EUR (31. Dezember 2021: 98,55 EUR).

Die Kapitalbedeckungsquote nach Solvency II, die die Risikotragfähigkeit der Hannover Rück misst, belief sich per Ende Juni auf 235,1 % (31. Dezember 2021: 243,1 %) und weist damit eine hohe Stabilität auf. Zudem liegt der Wert deutlich über dem Limit von 180 % und dem internen Schwellenwert von 200 %.

Schaden-Rückversicherung: Anhaltende Preisverbesserungen; Großschadenbelastung über Erwartung

In der Schaden-Rückversicherung setzte sich die hohe Nachfrage nach Deckungen von kapitalstarken Rückversicherern fort. Entsprechend konnte die Hannover Rück ihre Prämieneinnahmen erneut deutlich steigern und in den unterjährigen Erneuerungen bessere Preise und Konditionen erzielen.

Die gebuchte Bruttoprämie stieg um 25,9 % auf 12,9 Mrd. EUR (10,3 Mrd. EUR). Währungskursbereinigt hätte der Anstieg 18,2 % betragen. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich um 25,1 % auf 9,8 Mrd. EUR (7,8 Mrd. EUR). Bei konstanten Währungskursen hätte der Anstieg 17,8 % betragen.

Die Netto-Großschadenbelastung lag im ersten Halbjahr bei 850 Mio. EUR (326 Mio. EUR) und damit über dem vergleichsweise geringen Vorjahreswert und über dem Erwartungswert für die ersten sechs Monate des Jahres von 611 Mio. EUR. Grund dafür war die Rückstellung für mögliche Schadenbelastungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine in Höhe von 316 Mio. EUR.

Zu den größten Einzelschäden zählten die durch schwere Regenfälle verursachten Überflutungen in Australien mit einer Nettobelastung von 186 Mio. EUR und Wintersturm „Ylenia“ in Mitteleuropa im Februar mit 126 Mio. EUR.

Darüber hinaus fiel aufgrund von späten Schadenmeldungen eine Nachreservierung in Höhe von 130 Mio. EUR für die Dürre in Brasilien im vergangenen Jahr an.

Das versicherungstechnische Ergebnis der Schaden-Rückversicherung inklusive Depotzinsen ging auf 96 Mio. EUR (317 Mio. EUR) zurück. Die kombinierte Schaden-Kostenquote erhöhte sich auf 99,0 % (96,0 %) und lag aufgrund der vorgenannten Entwicklungen über der Erwartung für den Strategiezyklus 2021-2023 von maximal 96 %.

Das operative Ergebnis (EBIT) der Schaden-Rückversicherung belief sich auf 586 Mio. EUR (778 Mio. EUR). Der Nettogewinn betrug 399 Mio. EUR (592 Mio. EUR).

Personen-Rückversicherung: Belastungen aus der Pandemie wie erwartet rückläufig

In der Personen-Rückversicherung ergaben sich Möglichkeiten zum Ausbau des Geschäfts insbesondere bei Lösungen im Bereich der Absicherung von Langlebigkeitsrisiken sowie bei Financial Solutions. Hier bietet die Hannover Rück ihren Kunden individuelle Rückversicherungslösungen zur Verbesserung ihrer Solvenz-, Liquiditäts- und Kapitalsituation an.

Die Pandemie führte insbesondere bei Mortalitätsdeckungen zu weiteren Belastungen. Diese waren jedoch wie erwartet dank der milderen Virusvarianten in Summe rückläufig. Insgesamt verzeichnete die Hannover Rück im ersten Halbjahr Pandemiebelastungen in Höhe von 194 Mio. EUR (263 Mio. EUR). Davon entfielen 72 Mio. EUR auf das zweite Quartal.

Aus ihrer Extremsterblichkeitsdeckung, von der die Hannover Rück seit 2013 regelmäßig Tranchen in den Kapitalmarkt transferiert hat, ergab sich ein positiver Ertrag von 88 Mio. EUR. Die Buchung erfolgte unter den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen in den Kapitalanlagen der Personen-Rückversicherung. Des Weitteren ergab sich ein positiver Einmalertrag in Höhe von 40 Mio. EUR aus einem Vertragsrückzug.

Die gebuchte Bruttoprämie der Personen-Rückversicherung stieg um 5,3 % auf 4,4 Mrd. EUR (4,2 Mrd. EUR). Währungskursbereinigt hätte der Zuwachs 0,3 % betragen. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich um 7,6 % auf 3,9 Mrd. EUR (3,7 Mrd. EUR). Bei konstanten Wechselkursen hätte das Wachstum 2,3 % betragen.

Das operative Ergebnis (EBIT) der Personen-Rückversicherung verbesserte sich um 86 % auf 334 Mio. EUR (179 Mio. EUR). Der Nettogewinn stieg deutlich auf 280 Mio. EUR (105 Mio. EUR).

Kapitalanlagen: Annualisierte Kapitalanlagerendite weiter über Zielwert für das Gesamtjahr

Der Bestand der selbstverwalteten Kapitalanlagen blieb stabil bei 56,2 Mrd. EUR (31. Dezember 2021: 56,2 Mrd. EUR).

An den Aktienmärkten sorgte die angespannte politische und konjunkturelle Weltlage im Verlauf des ersten Halbjahres für teilweise deutliche Kursrückgänge. Die Hannover Rück hat nach einer teilweisen Veräußerung zum Jahresanfang ihren verbliebenen Aktienbestand zu Beginn des zweiten Quartals veräußert und damit insgesamt einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 95 Mio. EUR erzielt. Zudem ergaben sich weitere positive Ergebnisbeiträge aus dem Bestand an inflationsgebundenen Anleihen. Entsprechend stieg das Ergebnis aus selbstverwalteten Kapitalanlagen um 23 % auf 853 Mio. EUR (694 Mio. EUR). Die sich hieraus ergebende annualisierte Rendite betrug 3,0 % und lag damit über dem Zielwert von mindestens 2,3 % für das Gesamtjahr. Das Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um 13,2 % auf 980 Mio. EUR (866 Mio. EUR).

Ausblick 2022: Gewinnziel für Gesamtjahr bestätigt; Ziele für Bruttoprämienwachstum und Kapitalanlagerendite erhöht

Die Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung zum 1. Juni und 1. Juli 2022 verliefen für die Hannover Rück erfolgreich mit teilweise deutlichen Preissteigerungen. Traditionell werden zu diesem Zeitpunkt Teile des Nordamerikageschäfts erneuert, insbesondere Naturkatastrophenrisiken, Geschäft aus Australien und Neuseeland sowie im Bereich Kredit und Kaution.

Auf Konzernebene erwartet die Hannover Rück für das Geschäftsjahr 2022 ein währungskursbereinigtes Wachstum der Konzernbruttoprämie von mehr als 7,5 %, eine Kapitalanlagerendite von mehr als 2,5 % und einen Nettokonzerngewinn von 1,4 Mrd. EUR bis 1,5 Mrd. EUR. Voraussetzungen hierfür sind, dass die Großschadenbelastung den Erwartungswert von 1,4 Mrd. EUR nicht wesentlich übersteigt, dass die Covid-19-Pandemie keinen wesentlichen unerwarteten Einfluss auf das Ergebnis der Personen-Rückversicherung nimmt und dass es zu keinen unvorhergesehenen negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten kommt.

Die Hannover Rück strebt zudem unverändert eine Basisdividende an, die mindestens auf dem Vorjahresniveau liegt. Diese wird um eine Sonderdividende ergänzt, sofern die Kapitalausstattung den Kapitalbedarf für künftiges Wachstum übersteigt und das Gewinnziel erreicht wird.

„Unser Erfolg basiert auf unserer großen Disziplin beim Underwriting, auf der Kosteneffizienz unseres Geschäftsmodells und auf unserem agilen Kapitalmanagement“, sagte Jean-Jacques Henchoz. „Damit sind wir für die zahlreichen Herausforderungen in unserem Markt bestens gewappnet. Vor diesem Hintergrund und dank unserer starken Kundenbeziehungen bin ich zuversichtlich, dass wir unsere ambitionierten Ziele für 2022 erreichen werden. Dafür haben wir mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres eine wichtige Grundlage gelegt.“