Philipp Neumann

Der Wirtschaftsmathematiker Philipp Neumann arbeitet als Actuarial Developer in der Abteilung „Reinsurance Contracts Life, Actuarial Systems“ der Hannover Rück.

Philipp Neumann, Auszug aus seinem Einsteiger-Interview mit dem Karrieremagazin MINT - 6/Winter 2020/21:

Der Mathematiker Philipp Neumann hat in der Hannover Rück einen Arbeitgeber gefunden, bei dem es nie langweilig wird. Er und seine Kollegen entwickeln eine gruppenweit genutzte Modellierungssoftware weiter - und sich selbst dabei gleich mit. Philipp Neumann erzählt von seinem Arbeitsalltag bei dem Rückversicherer.

"Wir Mitarbeiter können sehr selbstbestimmt arbeiten, uns die Zeit in einem Projekt frei einteilen"

Worum geht es in Ihrem Job?

Ich arbeite in einer Serviceabteilung, die alle Töchter und Außenstellen mit einer System­landschaft ausstattet, die sie für die Bericht­erstattung gegenüber der Aufsichtsbehörde BaFin benötigen. Dafür nutzt die Gruppe ein von uns entwickeltes Modell. Immer wenn eine Abteilung neue Bausteine benötigt, melden sie sich und wir suchen nach einer Lösung. Auch wenn wir alle einen mathema­tischen Hintergrund haben, arbeiten wir im Team doch sehr technisch orientiert. 

Was haben Sie studiert?

Wirtschaftsmathematik in Bielefeld. Im Mas­ter lag mein Schwerpunkt auf der Wahrschein­lichkeitstheorie. Die spielt im Versicherungs­bereich eine wichtige Rolle, aber Berührungen mit der Branche hatte ich vorher nicht.

Wie sind Sie zur Hannover Rück gekommen?

Meine Schwester lebte damals schon in Hannover und sie machte mich auf ein Job­angebot aufmerksam. In der Stadt ist die Hannover Rück ein geschätzter Arbeitgeber. Auf das Vorstellungsgespräch folgte ein Schnuppertag, bei dem ich mein zukünftiges Team und den Aufgabenbereich kennen­lernen konnte. Das fand ich sehr wertvoll.

Was macht die Hannover Rück noch besonders?

Wir Mitarbeiter können sehr selbstbestimmt arbeiten, uns die Zeit in einem Projekt frei ein­teilen. Typisch für die Hannover Rück ist auch das lösungsorientiere Denken. Es gibt keine Standardantworten, sondern wir versuchen, das zu liefern, was der Kunde – in unserem Fall der interne Kunde – möchte und was praxis­orientiert zu benutzen ist.

Was war Ihr bislang spannendstes Projekt?

Wir haben eine Datenbank komplett neu aufgesetzt, damit unsere Kollegen einen neuen Rechnungslegungsstandard, der voraussichtlich 2022 für alle börsennotierten Unternehmen verpflichtend wird, anwenden können. Da dieser Standard über mehrere Jahre entwickelt wurde und durchaus Inter­pretationsspielräume offenlässt, beschäftigt uns die Umsetzung schon seit mehr als anderthalb Jahren. Derzeit testen die späteren Anwender das System. Solche Aufgaben sind keine typischen Mathematikeraufgaben, aber ich selbst bin technikaffin und habe mir in diesem und anderen Projekten viel Wissen angeeignet.

Gibt es auch Schattenseiten in Ihrem Job?

Wenn man in einer Rückversicherung arbei­tet, wird man eher zum Spezialisten als zum Generalisten. Gerade im internationalen Geschäft gibt es wenige andere Arbeitgeber, zu denen man wechseln kann. Mich persön­lich stört das nicht. Ich kann mir gut vorstellen, bei der Hannover Rück in Rente zu gehen, auch wenn das zum Glück noch eine Weile dauert. Die Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen sind sehr vielfältig.