Menschen mit einer schweren Erkrankung haben i.d.R. eine geringere Lebens­erwartung als gesunde Menschen. Sogenannte Vorzugs­renten sichern den betrof­fenen Versi­cherungs­nehmern ein höheres regel­mäßiges Einkommen für die verbleibende, verkürzte Lebenszeit. Der Vorzugs­renten­markt in Groß­britannien ist seit seinen Anfängen kräftig gewachsen. Bereits im Jahr 1995 hat die Hannover Rück als Vorreiter begonnen, sich in diesem Produkt­segment zu engagieren.

Der Markt

Bis 1995 war der Renten­versi­cherungs­markt in Groß­britannien äußerst statisch. Abgesehen von den gängigen klassischen Renten­produkten gab es zunächst keine individu­elleren Renten­beitrags­sätze, es wurden aus­schließlich Alter und Geschlecht berück­sichtigt. Dies veränderte sich mit der Ein­führung der Vorzugs­renten. Heute beinhaltet das Produkt­angebot auch soge­nannte Impaired Annuities, moderate Vorzugs­renten, welche auf medizi­nischer Risiko­prüfung und verein­fachten Risiko­prüf­prozessen basieren, die rein sozio-ökono­mische Faktoren – wie Post­leitzahl und Lebens­stil – erfassen.

Die Hannover Rück arbeitet seit 1995 mit mehreren Anbietern bei der Produkt­gestaltung zusammen und hat so das Markt­wachstum maß­geblich mit­beein­flusst. Der Vorzugs­renten­markt, seine Produkte und die versi­cherungs­technischen Prozesse sind im Laufe der Zeit stetig weiter ausgereift. Ein wesent­licher Fort­schritt war die Über­einkunft der Haupt­anbieter, einen gemein­samen medizi­nischen Frage­bogen zu verwenden, der auch zusätzliche Fragen zu den Faktoren Lebensstil und schwere Krank­heiten enthält.

Heute werden bis zu 95 Prozent aller Anträge für Vorzugs­renten und Impaired Annuities auf Basis dieses Frage­bogens beurteilt. Bei den verblei­benden Anträgen – typischer­weise Fälle von seltenen Krank­heiten – sind zusätz­liche Informa­tionen (zum Beispiel ein Befund eines Allgemein­mediziners) erforder­lich, um ein Angebot zu erhalten. Heute gibt es eine Vielzahl von Portalen, über die unab­hängige Finanz­berater Infor­mationen zu Produkten und Anbietern anfordern, Vergleichs­angebote einholen und Abschlüsse inklusive medizi­nischer Risiko­prüfung online tätigen können. Kunden erhalten dank dieser Portale nach Beant­wortung einfacher medizi­nischer Fragen online sofort Angebote mehrerer Anbieter.

Unsere Lösung

Auf dem Vorzugs­renten­markt verfügt die Hannover Rück über mehr als 20 Jahre an Erfahrung. Wir verfügen über eine große Daten­bank an eingeschätzten Fällen mit reduzierter Lebenserwartung, die regel­mäßig hin­sichtlich der Sterb­lich­keits­annahmen aktualisiert wird. Unser modernes Under­writing-System generiert auto­matisch verläss­liche Angebote und trägt dazu bei, dass die Hannover Rück und ihre Kunden Vorzugs­renten und Impaired Annuities profi­tabel anbieten können.

Seit Mitte der 1990er-Jahre haben wir uns als einer der im Markt führenden Anbieter von Vorzugs­renten etabliert. Unser detailliertes Ver­ständnis für die Vertriebs- und Verkaufs­prozesse im Vorzugs­renten­markt helfen uns dabei, maß­geschnei­derte Lösungen anzubieten, die den Anfor­derungen unserer Kunden gerecht werden.

Neueste Ent­wicklungen

Das Steuer­recht in Großbritannien hat verpflich­tend vor­geschrieben, dass Rentner bis spätestens zum 75. Lebens­jahr eine Lebens­versi­cherung mit Renten­zahlung erwerben müssen. Die steuer­schonende Aus­zahlung (Inan­spruch­nahme) eines Pauschal­betrags durfte höchstens 25 Prozent des gesamten Pensions­topfs aus­machen.

Seit April 2015 ist die Ver­pflich­tung, Pensions­erspar­nisse in Jahres­renten um­wandeln zu müssen, aufgehoben. Rentner können frei entscheiden , wie viel ihrer Pensions­erspar­nisse sie sich auszahlen lassen. Es wird keine Decke­lungen oder Limits der Inan­spruch­nahme mehr geben, sodass zukünftig nur der Grenz­steuer­satz der Ein­kommens­steuer zu ent­richten sein wird. Die Möglich­keit, sich 25 Prozent des Renten­betrages steuer­frei aus­zahlen zu lassen, bleibt weiter­hin bestehen.

Auch wenn sich das Volumen für Vorzugsrenten halbiert hat, glaubt die Hannover Rück, dass der Vorzugs­renten­markt ein attrak­tives Segment bleiben wird. Daher werden wir uns den Heraus­forde­rungen stellen, die aus der neuen Gesetz­gebung erwachsen.