Versicherung ist per se ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Geschäftsmodell. Die Absicherung von Menschen und deren Eigentum ist eine zentrale Aufgabe der Versicherungswirtschaft. Als Risikoträger leisten Versicherungen somit auf ganz unterschiedlichen Ebenen einen konkreten und unmittelbaren Beitrag zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht dabei vom Schutz des Einzelnen vor den Folgen von Krankheit und Unfällen sowie den Auswirkungen von Naturkatastrophen auf Ernten und Eigentum bis zur Unterstützung der globalen Energiewende.

Wir als Versicherungsunternehmen haben ebenfalls eine ganze Reihe von Möglichkeiten, diese Entwicklungen aktiv zu unterstützen. Als Risikoträger ermöglichen wir den erforderlichen technischen Fortschritt und unterstützen so die Weiterentwicklung von Prozessen und Produkten in den Unternehmen, beispielsweise im Rahmen der Rückversicherung erneuerbarer Energiequellen. Als Investor stellen wir innovativen Unternehmen und Technologien, die einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele leisten, Kapital zur Verfügung. Als Lösungsanbieter entwickeln wir innovative Versicherungsprodukte, die insbesondere auch den Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern Schutz vor den nicht mehr vermeidbaren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels bieten. Und als Kompetenzträger für den Umgang mit Risiken können wir aktiv die gesellschaftlichen und politischen Diskussionen zur Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels begleiten.

Die Hannover Rück verpflichtet sich im operativen Betrieb bis 2030 sowie in der Rückversicherung und bei den Kapitalanlagen bis 2050 dazu, Net-Zero-Emissionen zu erreichen. Mit diesen Zielen unterstützt die Hannover Rück das Pariser Klimaschutzabkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius. 

ESG im Versicherungsgeschäft

Mit unserem Versicherungsgeschäft wollen wir die globale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in eine klimaverträgliche, ressourcenschonende und soziale Zukunft unterstützen. Wichtige Referenzpunkte sind dabei die zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals.

Ein Schwerpunkt unserer Maßnahmen liegt auf der Bereitstellung von Versicherungslösungen für Bevölkerungsgruppen, die bislang einen zu geringen Versicherungsschutz hatten oder diesen nur schwer erlangen konnten, der Bereitstellung von Versicherungsangeboten, die die Folgen von Naturkatastrophen oder Klimawandel mindern und auf Engagements in nachhaltige Technologien. Ebenfalls dazu gehört ein intensiver Dialog und Wissenstransfer mit Erstversicherungsunternehmen, Partnern oder InsurTechs oder die Teilnahme an Initiativen oder Forschungsprojekten, die diese Ziele unterstützen. Dies gilt sowohl für unsere Aktivitäten im Bereich der Sachrückversicherung als auch im Bereich der Personenrückversichung.

Unsere Zusammenarbeit mit BIMA

Die Versicherungsdichte in Schwellenländern liegt typischerweise bei weniger als 3 % des Bruttoinlandprodukts. Das liegt insbesondere häufig an den für Schwellenländern zu komplexen und nicht bezahlbaren Versicherungsprodukten sowie dem Mangel an (Finanz- und Versicherungs-)Wissen der Endkonsumenten im Allgemeinen. Herausfordernde Zeiten wie die derzeitige Covid-19-Pandemie treffen Menschen ohne einfachen Zugang zur Gesundheitsversorgung besonders stark.

Im Gegensatz zur Versicherungsdichte hat jedoch die Mobilfunkdichte in Schwellenländern die 80 %-Marke überschritten. Diesen Umstand macht sich BIMA, ein führender Anbieter von mobilfunkgestützten Versicherungslösungen, zum Wohle der Menschen zu Nutze. BIMA nutzt Mobilfunktechnologie, um bezahlbare und einfach strukturierte Lebens- und Krankenversicherungen mittels einfacher Registrierung per SMS oder Anruf anzubieten, um damit möglichst viele, bislang nicht oder nicht ausreichend versicherte Menschen, zu erreichen. BIMA bietet sowohl Zugang zu mobil bereitgestellten Versicherungs- und Telemedizinservices als auch eine Unterweisung. Beides sind in Schwellenländern ausschlaggebende Faktoren für Menschen, für die Versicherungen im allgemeinen und der Abschluss einer Versicherung Neuland ist.

BIMA stehen Partner aus der Mobilfunkbranche sowie die Hannover Rück mit ihrer (Rück-)Versicherungsexpertise zur Seite. Die Ausweitung des Versicherungsschutzes für bisher unzureichend versicherte Bevölkerungsgruppen im Bereich der Personen(rück)versicherung ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie und unsere Partnerschaft mit BIMA unterstutzt dieses Vorhaben. Gemeinsam wollen wir unterversorgten Familien wenig komplexe und erschwingliche Versicherungs- und Gesundheitsdienstleistungen zuganglich machen, um sie vor den größten finanziellen und gesundheitlichen Risiken des Lebens zu schützen.

Weitere Informationen zu unserer Zusammenarbeit mit BIMA

ESG-Ausschlüsse im Versicherungsgeschäft

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Berücksichtigung von ESG-Ausschlüssen im Versicherungsgeschäft. So führt eine Reduzierung des Versicherungsangebots dazu, dass kontroverse Technologien, beispielsweise die Kohleverstromung, zurückgefahren werden. Gleichzeitig ist die Berücksichtigung von ESG-Risiken im Underwriting ein wichtiger Baustein zur Identifikation und zum Management von nachhaltigkeitsbasierten Risiken, die sich auf die Schadenshäufigkeit bzw. -höhe auswirken können.

Bereits im Jahr 2019 hatte die Hannover Rück sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2038 im gesamten Schaden-Rückversicherungsgeschäft keine Risiken mehr im Zusammenhang mit dem Abbau und der Verstromung von Thermalkohle zu decken. In 2020 wurde durch das Property & Casualty Executive Komitee ein Phasenplan für einen stufenweisen Ausstieg aus Thermalkohle beschlossen und in Kraft gesetzt.

Die Bereiche unserer aktuellen Ausschlüsse werden in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Darüber hinaus schließen wir alle neuen Öl- und Gasbohrprojekte im Arctic National Wildlife Refuge in den USA sowie alle anderen Bohrprojekte im Zusammenhang mit der Öl- und Gasausbeutung in arktischen Regionen in unserer fakultativen Abteilung aus.

Die Hannover Rück ist seit 2021 Unterzeichner der Principles for Sustainable Insurance (UN PSI). Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsberichts veröffentlichen wir jährlich den obligatorischen öffentlichen Fortschrittsbericht (Public disclosure of progress). Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

ESG im Asset Management

Neben den direkten Auswirkungen auf die Gesellschaft können wir durch unsere Kapitalanlagen einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten, indem wir in unserer Anlagepolitik Unternehmen meiden, die gegen unsere ethischen Erwartungen und ökologischen und sozialen Maßstäbe verstoßen. Dadurch kommen wir unserem Anspruch nach, ein verantwortungsvoller Investor zu sein, und leisten gleichzeitig unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft. Aber auch für Investoren, Analysten und Kunden ist es von zunehmendem Interesse, wie wir Nachhaltigkeitsaspekte bei der Verwaltung unserer Kapitalanlagen berücksichtigen.

Bei unseren Investitionen wenden wir seit 2012 ESG-Kriterien im Rahmen unserer "Responsible Investment Policy" an. Emittenten, die in Aktivitäten verwickelt sind, die schwerwiegende Umweltschäden verursachen können, werden nicht nur von unserer Anlagetätigkeit ausgeschlossen, sondern auch aktiv abgebaut. Die Bereiche unserer aktuellen Ausschlüsse werden in der nachfolgenden Grafik dargestellt. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Die Hannover Rück ist seit 2020 Unterzeichner der Principles for Responsible Insurance (UN PRI). Weitere Informationen dazu finden Sie unter Initiativen & Mitgliedschaften.

Unsere neue Klimastrategie

Unsere Strategie besteht aus drei Säulen:

  • Dekarbonisierung des liquiden Investment Portfolios um 30 % (Scope 1 und 2) bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2019 und bis 2050 klimaneutral
  • Investitionen in nachhaltige Kapitalanlagen
  • Engagement-Aktivitäten