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Hannover Rück übernimmt Portefeuille der Skandia International

Hannover, 22. September 1997

Die Hannover Rück-Gruppe übernimmt das aktive Portefeuille der Skandia International Insurance Company (SIIC), Stockholm, des Rückversicherers des schwedischen Skandia-Konzerns. Darüber hat sich die Hannover Rück mit der Skandia Insurance Company Ltd., der Obergesellschaft des Skandia-Konzerns, geeinigt. Das komplette Vertragswerk wurde am Wochenende in Stockholm unterzeichnet. Für die Transaktion zahlt die Hannover Rück-Gruppe insgesamt 1,060 Mrd. SEK (245 Mio. DM).

"Diese Übernahme ergänzt unser Portefeuille in geradezu idealer Weise. Wir kommen damit der Verwirklichung unserer strategischen Prioritätsziele ein gutes Stück näher", so Wilhelm Zeller, der Vorstandsvorsitzende der Hannover Rück-Gruppe. Durch diese Übernahme werde sich bereits die für 1997 geplante Prämie um rund 2,8 Mrd. SEK (650 Mio. DM) auf über 7,2 Mrd. DM erhöhen. Eine weitere Steigerung der Bruttoprämie um ca. 300 Mio. SEK (69 Mio. DM) werde sich 1998 ergeben.

Im einzelnen sehe die äußerst komplexe Vereinbarung vor, daß die Hannover Rück-Gruppe rückwirkend per 01.01.1997 die kompletten SIIC-Portefeuilles der Personenrückversicherung, der fakultativen Rückversicherung sowie der Luft- und Raumfahrt-Erstversicherung übernehme. Auch die englische Tochtergesellschaft Skandia Reassurance (UK) Ltd., die die Lebensrückversicherung betreibt, sei von der Übereinkunft umfaßt. Hinsichtlich des restlichen Portefeuilles, der Vertragsrückversicherung der Sach- und HUK-Sparten, erwerbe die Hannover Rück lediglich die Erneuerungsrechte per 01.01.1998.

Das Personenrückversicherungsgeschäft der Skandia International ergänze das Portefeuille der Hannover Rück-Gruppe in idealer Weise, so Zeller, sowohl im Hinblick auf die geographische Herkunft als auch auf die angebotenen Produkte. Das übernommene Prämienvolumen wird mit ca. 1,9 Mrd. SEK (435 Mio. DM) angegeben. Der Anteil der Personenrückversicherung an der Bruttoprämie der Hannover Rück-Gruppe erhöhe sich damit bereits in 1997 auf annähernd 23 % (VJ: 17,3 %). Damit konnte nach Angaben der Gesellschaft allein in zwei Jahren der Anteil der strategisch forcierten Personenrückversicherung am Gesamtgeschäft fast verdoppelt werden. Angestrebt wird langfristig ein Anteil der Personenrückversicherung an der Konzernbruttoprämie von mindestens 30%.

In der fakultativen Rückversicherung, dem zweiten strategischen Prioritätsbereich der Hannover Rück, werde sich das Prämienvolumen um ca. 416 Mio. SEK (96 Mio. DM) auf rund 300 Mio. DM erhöhen. Hannover Rück komme damit ihrem strategischen Ziel, langfristig den Anteil des fakultativen Geschäfts auf ca. 10 % der Schadenrückversicherungs-Bruttoprämie zu steigern, ein gutes Stück näher: Der Anteil steige allein durch diese Transaktion um rund 2,5 %-Punkte auf ca. 5,7 %. Zudem werde durch die Übernahme des SIIC-Portefeuilles ein wesentlicher Teil der für den weiteren Ausbau des fakultativen Geschäfts erforderlichen weltweiten Infrastruktur sowie zusätzliches Know-how erworben.

Das Luft- und Raumfahrtgeschäft betreibe die Skandia International als Erstversicherer, wo sie als Quotierungsmarkt und Konsortialführer international anerkannt sei. Auch bei der Hannover Rück habe das Luft- und Raumfahrtgeschäft strategisch Prioritätsstatus. Das übernommene Portefeuille in der Größenordnung von ca. 500 Mio. SEK (115 Mio. DM) bringe die Bruttoprämie der Hannover Rück in dieser Sparte auf fast 400 Mio. DM. Man zählt sich damit zur Spitzengruppe der Rückversicherer mit der weltweit höchsten Luft- und Raumfahrtprämie.

Die Skandia International werde nach Durchführung aller vereinbarten Transaktionen ihren aktiven Geschäftsbetrieb per 31.12.1997 einstellen.

Die Hannover Rück werde zur Übernahme der genannten Portefeuilles zwei neue Niederlassungen in Stockholm gründen. Ihre englische Tochtergesellschaft International Insurance Company of Hannover (Inter Hannover) habe alle erforderlichen Lizenzen als Luft- und Raumfahrt-Erstversicherer; auf die neu zu gründende "Inter Hannover Stockholm Aviation Branch" solle deshalb das Luft- und Raumfahrtgeschäft der Skandia International mit dem gesamten bisherigen Personal übertragen werden. Die zweite Niederlassung werde von der Hannover Rückversicherungs-AG unmittelbar gegründet. Auf die "Hannover Re Stockholm Branch" solle das gesamte Lebensportefeuille sowie das fakultative Geschäft der Skandia International, ebenfalls mit dem gesamten Personal, übertragen werden. Für diese Geschäftssegmente werden auch die Service-Gesellschaften der SIIC in Frankreich, Spanien und Mexiko übernommen. Das zu übernehmende HUK- und Sach-Vertragsportefeuille solle unmittelbar auf die Hannover Rück (bzw. für Deutschland auf die E+S Rück) übertragen werden.

Die Transaktion, die noch behördlicher Genehmigungen bedarf, werde zu 80 % von der Hannover Rück und zu 20% von ihrer Tochtergesellschaft E+S Rück aus eigenen Mitteln getragen. Eine Kapitalerhöhung sei hierfür - auch langfristig - nicht erforderlich.