Content

Neues Rekordjahr für Hannover Rück

  • Steigerung der Bruttoprämien um 6,7 %
  • Kapitalanlagen + 20 %
  • Kapitalanlageergebnis + 35 %
  • Nach-Steuer-Gewinn + 60 %
  • Ergebnis pro Aktie + 10 %
  • Bruttodividende + 14 %
  • Börsenwert + 22 %

Hannover, 6. August 1997:

Die Hannover Rück, weltweit der fünftgrößte Rückversicherer, berichtet über einen neuen Rekordabschluß für das Geschäftsjahr 1996. Wie der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller anläßlich der Bilanzpressekonferenz in Hannover mitteilte, konnte im Konzern ein gegenüber dem Vorjahr erneut verbesserter Jahresüberschuß von DM 108 Mio. erwirtschaftet werden. Dies bedeutet eine Steigerung von annähernd 60 %. Das Ergebnis vor Steuern konnte mit DM 226 Mio. (Vj. DM 116 Mio.) sogar fast verdoppelt werden. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 47,4 % (Vj. 18,8 %) und nach Steuern von 22,7 % (Vj. 10,9 %). Der Gewinn je Aktie nach dem DVFA/GDV-Ermittlungsschema wird mit DM 6,06 je Aktie (Vj. DM 5,50) angegeben.

Der Einzelabschluß der Hannover Rück AG weist ein Er-gebnis der normalen Geschäftstätigkeit von DM 138 Mio. auf und einen Jahresüberschuß von DM 76 Mio. Nach der bereits im letzten Jahr etablierten Dividendenpolitik der Hannover Rück wird jeweils der gesamte Nach-Steuer-Gewinn voll an die Aktionäre ausgeschüttet. Der Teil, der nach einer traditionellen Dividendenpolitik thesauriert würde, wird im Wege einer anschließenden Kapitalerhöhung von den Aktionären zurückerbeten. Für 1996 soll der Hauptversammlung eine Dividende von DM 3,15 pro DM 5,00-Aktie zuzüglich einer Körperschaftsteuergutschrift von DM 0,37 vorgeschlagen werden. Die Aktionäre sollen somit eine um 14 % erhöhte Brutto-Dividende von DM 3,52 (Vj. DM 3,09) erhalten. Damit weist die Hannover Rück unver-ändert eine der höchsten Dividendenrenditen des gesamten deutschen Kurszettels auf. Trotzdem sei es, wie Zeller betonte, das Ziel des Unternehmens, eine jährliche Steigerung der Bruttodividende um 10 % zu erreichen, bis - spätestens im Jahre 2000 - eine Gesamtausschüttung von DM 100 Mio. erreicht sei.

Prämieneinnahmen gegen den Branchentrend gesteigert

Die Prämieneinnahmen der Hannover Rück-Gruppe konnten 1996 um 6,7 % auf DM 6,4 Mrd. (Vj. DM 6,0 Mrd.) gesteigert werden (ohne Währungskursveränderungen zu Lasten der D-Mark hätte das Wachstum 2,7 % betragen). Die Prämiensteigerungen resultierten mit + 55 % hauptsächlich aus der strategisch forcierten Personenrückversicherung, die mittlerweile einen Anteil von 17,3 % (Vj. 11,9 %) an den Gesamtprämieneinnahmen erreicht hat. Regional stammt die Prämienzunahme im wesentlichen aus Nordamerika (+ 27 %), Australien (+ 64 %) und den Asean-Staaten (+ 38 %).

Investitionsbedingte Verschlechterung des versicherungstechnischen Ergebnisses

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Verwaltungskosten stellt sich für 1996 mit ./. DM 47 Mio. (Vj. + DM 70 Mio.) erheblich verschlechtert dar. Diese Verschlechterung resultiere laut Zeller im wesentlichen aus einer Belastung durch Vorfinanzierungseffekte in der Personenrückversicherung in Höhe von knapp DM 140 Mio., die deutlich investiven Charakter habe. Das Ergebnis der Schadenrückversicherung habe sich dagegen - trotz weiterer Investitionen in der Finanzrückversicherung - um DM 10 Mio. auf DM 106 Mio. verbessert. Die Verwaltungskosten seien mit + 4,5 % geringer gestiegen als die Prämieneinnahmen, wodurch sich der - ohnehin schon branchenniedrigste - Verwaltungskostensatz auf unter 1,5 % reduziert habe.

Garantiemittel erneut erheblich verstärkt

Der Schwankungsrückstellung wurde mit DM 191 Mio. (Vj. DM 257 Mio.) wiederum ein erheblicher Betrag zugeführt. Mit DM 1,35 Mrd. beträgt diese jetzt 27 % der Nettoprämie (Durchschnitt der deutschen Rückversicherer 11,5 %). Der Spätschadenrückstellung wurden aus der nicht-versicherungstechnischen Rechnung DM 171,4 Mio. zugeführt. Insgesamt erreichen die Garantiemittel ein Volumen von DM 14,92 Mrd. (Vj. DM 13,06 Mrd.).

Hervorragende Kapitalanlageergebnisse

Aufgrund der guten Kapitalmarktbedingungen konnte ein um 35,2 % gesteigertes Kapitalanlageergebnis von DM 876,2 Mio. (Vj. DM 648,0 Mio.) erwirtschaftet werden. Dazu beigetragen hätten laut Zeller stark gestiegene ordentliche Kapitalerträge in Höhe von DM 803 Mio. (Vj. DM 713 Mio.), außerordentliche Kapital¬erträge von DM 193 Mio. (Vj. DM 111 Mio.), deutlich verringerte Abschreibungen aller Konzerngesellschaften (DM 87 Mio. gegenüber DM 116 Mio. im Vorjahr) sowie nur geringe Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen (DM 11 Mio. gegenüber DM 33 Mio. im Vorjahr). Die Kapitalanlagen erreichen ein Gesamtvolumen von DM 15,55 Mrd. (Vj. DM 12,97 Mrd.). Die stillen Reserven im Wertpapierportefeuille belaufen sich mit DM 715 Mio. (Vj. DM 613 Mio.) auf 7,2 % der Buchwerte.

Hannover Rück-Aktie mit guter Performance

Wie Zeller weiter erklärte, hätten die 1996 begonnene offensive Informationspolitik und die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik dazu geführt, daß der innere Wert der Hannover Rück-Aktie jetzt endlich in einem adäquaten Kurs reflektiert werde. Mit einer Kurssteigerung von über 18 % im Geschäftsjahr 1996 sei es gelungen, den Börsenwert des Unternehmens auf mehr als DM 2,05 Mrd. zu steigern. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung habe erst im laufenden Jahr der Kurs der Aktie der Unternehmenssubstanz gerecht werden können. Bis zum 30. Juni 1997 sei der Aktienkurs und damit der Wert des Unternehmens um mehr als 70 % auf über DM 3,5 Mrd. gesteigert worden. Die solide Bilanz (keine Altlasten!), die klar fokussierte strategische Positionierung der Gruppe auf dem Weltmarkt, die überdurchschnittliche Eigenkapitalrendite sowie die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik stellen nach Zeller eine gute Grundlage für weitere Kurssteigerungen dar.

Zeller kündigte ferner an, daß die Hannover Rück-Aktie ab Oktober 1997 in den USA in Form von American Depositary Receipts (ADRs) gehandelt werde.

Sehr positive Entwicklung im 1. Halbjahr 1997

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Hannover Rück-Gruppe mit einem Prämienwachstum von ca. 3 % (dabei seien die erneut stark gestiegenen Kurse der wichtigsten Währungen gegenüber der D-Mark noch nicht berücksichtigt). Der bislang günstige Schadenverlauf und die reduzierten Investitionen in der Personenrückversicherung sollten bei weiterhin unverändertem Schadenverlauf ein erheblich verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis ermöglichen. Das Kapitalanlageergebnis im 1. Halbjahr 1997 habe sich aufgrund der guten Rahmenbedingungen gegenüber 1996 nochmals verbessert. Dabei seien die stillen Reserven in den Kapitalanlagen auf über DM 1 Mrd. gewachsen. Zeller schloß aus dieser Entwicklung, daß bei unverändertem Schadenverlauf und gleichbleibendem Kapitalanlageergebnis auch in 1997 erneut mit einer zweistelligen Gewinnsteigerung zu rechnen sei.