Zwischenbericht 1/2002
- Quartalsbericht mehr als verdoppelt
- Für 2002 Rekordergebnis prognostiziert
Hannover, 24.5.2002
Auf der heutigen Hauptversammlung der Hannover Rück in Hannover präsentierte der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller die Konzernzahlen des ersten Quartals 2002. Es konnte ein Überschuss von 90 Mio. EUR (Vj. 41 Mio. EUR) erzielt werden. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 2,78 EUR und damit einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahresquartal. Wenn es weder auf der Schadenseite noch auf den Kapitalmärkten zu außergewöhnlichen Entwicklungen kommt, so Zeller, wird 2002 ein hervorragendes Jahr werden. Er prognostiziert ein operatives Ergebnis von gut 600 Mio. EUR und einen Jahresüberschuss von 300 Mio. EUR. Das wäre bereinigt das beste Ergebnis seit Bestehen der Hannover Rück.
Die Hauptversammlung stimmte allen Beschlussvorschlägen mit großer Mehrheit zu. Unter anderem wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:3 beschlossen. Dies wird dazu führen, dass der Börsenpreis der Aktie deutlich sinkt und das Papier somit für Privatanleger noch attraktiver und liquider wird.
Im Rahmen seines Ausblicks erläuterte Zeller der mit über 1000 Teilnehmern gut besuchten Hauptversammlung, dass sich das Geschäft der Hannover Rück-Gruppe im ersten Quartal 2002 überaus positiv entwickelt hat. Die gebuchte Bruttoprämie für alle vier strategischen Geschäftsfelder beträgt 3,2 Mrd. EUR; dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal von 34 %. Trotz schwieriger Kapitalmarktverhältnisse konnte das operative Ergebnis (EBIT) um 140 % auf 174 Mio. EUR gesteigert werden. Der Quartalsüberschuss stieg um 118 % auf 90 Mio. EUR, das Ergebnis je Aktie um 99 % auf 2,78 EUR. Damit haben wir unser Ziel, nicht nur das operative Ergebnis und den Gewinn nach Steuern, sondern auch das Ergebnis je Aktie jeweils zweistellig zu steigern, gut erreicht", betonte Zeller.
Die gebuchte Bruttoprämie in der Schaden-Rückversicherung stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 58 % auf 1,7 Mrd. EUR. Die verdiente Nettoprämie wuchs um 48 % auf 1,0 Mrd. EUR. Die Hannover Rück hat schneller als viele Wettbewerber auf den Marktaufschwung nach dem 11. September 2001 reagiert und konnte so ihren Marktanteil deutlich ausbauen. Die hohe Profitabilität des Neugeschäfts und der günstige Schadenverlauf führten zu einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis und einer bemerkenswert niedrigen Schaden-/Kostenquote von 93 % (Q1/01: 106 %).
Das operative Ergebnis (EBIT) in der Schaden-Rückversicherung verbesserte sich trotz deutlich reduzierter Kapitalanlageerträge von 48 Mio. EUR auf 146 Mio EUR. Insgesamt schließt das Geschäftsfeld mit einem fast verdreifachten Quartalsüberschuss von 76 Mio. EUR (bzw. einem Gewinn je Aktie von 2,34 EUR). Wir gehen davon aus, dass die positive Entwicklung dieses Geschäftsfeldes auch in den nächsten Quartalen anhalten wird, und rechnen für 2002 bei normaler Schadenentwicklung mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis", erklärte Zeller.
In der Personen-Rückversicherungstieg die gebuchte Bruttoprämie im Vergleich zum Vorjahresquartal lediglich um 6 %, die verdiente Prämie für eigene Rechnung auf Grund geringerer Inanspruchnahme der Retrozession allerdings um 16 %. Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 7 Mio. EUR auf der Höhe des Vorjahresquartals. Der Gewinn vor Steuern stieg um 19 %. Der Quartalsüberschuss sank auf Grund eines höheren Anteils der Minderheitsaktionäre am Ergebnis um 16 % auf 3 Mio EUR (bzw. 0,08 EUR je Aktie). Sowohl Prämienwachstum als auch der schwache Ergebnisbeitrag lassen keinen Schluss auf das zu erwartende Jahresergebnis zu. Die Hannover Rück geht insbesondere für die zweite Jahreshälfte von der in diesem Geschäftsfeld üblichen Geschäftsbelebung aus und rechnet für das Gesamtjahr 2002 unverändert mit einem steigenden Überschuss.
Das Programmgeschäft befindet sich nach ersten positiven Auswirkungen der Neuausrichtung im vergangenen Geschäftsjahr nun auf Erfolgskurs, sowohl in den USA als auch in Europa. Verglichen mit dem Vorjahresquartal wuchs die gebuchte Bruttoprämie um 23 %, die verdiente Prämie für eigene Rechnung auf Grund des erhöhten Selbstbehalts sogar um 86 %. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg von 5 Mio. EUR auf 13 Mio. EUR, der Quartalsüberschuss verdoppelte sich nahezu auf über 5 Mio. EUR (bzw. 0,17 EUR je Aktie). Das Programmgeschäft der Hannover Rück-Gruppe wird sich nach Zellers Einschätzung zu einem erfreulich verlaufenden Geschäftsfeld entwickeln.
Die Nachfrage nach Produkten der Finanz-Rückversicherung steigt tendenziell erst zum Jahresende. Prämien und Ergebnis dieses Geschäftsfeldes entwickelten sich somit wie erwartet im ersten Quartal eher verhalten. Die gebuchte Bruttoprämie stieg um 13 %, das operative Ergebnis (EBIT) sank von 13 Mio. EUR auf 8 Mio. EUR. Der Quartalsüberschuss verringerte sich auf 6 Mio. EUR (bzw. auf 0,19 EUR je Aktie). Nach einer stürmischen Entwicklung der Finanz-Rückversicherung im Vorjahr geht das Unternehmen für das gesamte Jahr 2002 von einem deutlich geringeren Wachstum aus. Die Ergebnisaussichten werden jedoch weiterhin als sehr gut beurteilt.
Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 4 % auf 188 Mio. EUR. Dies ist auf die weiterhin unbefriedigende Situation auf den Kapitalmärkten, insbesondere im Bereich der Aktien, zurückzuführen. Auch für das laufende Jahr erwartet die Hannover Rück eine eher verhaltene Entwicklung der Kapitalmärkte. Zum Jahresende wird voraussichtlich ein etwas geringeres Kapitalanlageergebnis ausgewiesen werden als im Vorjahr.
"Eine Großschadenentwicklung im langjährigen Durchschnitt sowie wenigstens keine weitere Verschlechterung der Kapitalmärkte vorausgesetzt, verspricht 2002 an frühere Rekordjahre anzuknüpfen", erklärte Zeller. "Wir erwarten ein operatives Ergebnis von mehr als 600 Mio. EUR bzw. einen Jahresüberschuss von 300 Mio. EUR und ein Ergebnis je Aktie von deutlich über 9 EUR." Unter Außerachtlassung der steuerlichen Sondereffekte des Jahres 2000 wäre dies das beste Ergebnis seit Bestehen der Hannover Rück.
Kennzahlen (PDF)