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Dritte Verbriefung von Personen-Rückversicherungsgeschäft

Hannover, 22. November 1999

Die Hannover Rück hat zum dritten Mal Abschlusskosten aus der Personen-Rückversicherung in die Kapitalmärkte transferiert. Die als "L3" bezeichnete Transaktion mit einer Laufzeit von drei Jahren umfasst ein Finanzierungsvolumen von 50 Mio. EUR. Sie erstreckt sich auf alle Sparten der Personen-Rückversicherung und ist speziell für die Bedürfnisse von Versicherungsgesellschaften in den asiatischen Schwellenmärkten konzipiert. Zusammen mit früheren ähnlichen Transaktionen wurden damit bereits 230 Mio. EUR solcher Investitionen über die Kapitalmärkte refinanziert.

Nachdem die Hannover Rück bereits im Februar 1994 mit der Verbriefung (Securitization) von Naturkatastrophenrisiken Pionierarbeit geleistet hatte, machte sie 1998 mit dem erstmaligen Transfer von Abschlusskosten aus Lebens-Rückversicherungsverträgen in den Kapitalmarkt (genannt "L1") erneut auf sich aufmerksam. Diese Transaktion wurde von der renommierten englischen Fachzeitschrift "The Review" als "Innovation des Jahres 1998" ausgezeichnet (s. InfoBrief vom 23. September 1998).

1999 konnte eine weitere Finanztransaktion ("L2") mit einem Volumen von 130 Mio. EUR abgeschlossen werden. Hierbei wurden abweichend von der Vorgängertransaktion "L1" sogenannte "Block Assumption Transaktionen" abgesichert (vgl. InfoBrief vom 15. April 1998). Der Rückversicherer finanziert dabei nicht die Abschlusskosten aus Neugeschäft, sondern übernimmt existierende Bestände (üblicherweise geschlossene Tarife) gegen Zahlung einer Einmalprovision. Ein weiterer Unterschied zu "L1" besteht darin, dass in "L2" nicht nur Lebensversicherungen, sondern auch Unfall- und Krankenversicherungsgeschäft eingebracht werden können.

Da Abschlusskosten aus Personen-Rückversicherungsverträgen nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften im Jahr der Entstehung sofort abgeschrieben werden müssen, belasten sie erheblich die Gewinn- und Verlustrechnung von schnell wachsenden Erst- oder Rückversicherern. Mit der Weiterleitung in die Kapitalmärkte sichert sich die Hannover Rück die Kapazität, das strategisch priorisierte Personen-Rückversicherungsgeschäft auch in Zukunft mit den gewohnt hohen Wachstumsraten weiter auszubauen. Das Geschäftsfeld Personen-Rückversicherung wuchs in der Hannover Rück-Gruppe in den 90er Jahren um das 40-fache, im laufenden Geschäftsjahr allein um mehr als 50 % auf 2,1 Mrd. EUR.

Hier alle bisherigen Personenrückversicherungs-Kapitalmarkttransaktionen der Hannover Rück im Überblick:

Transaktion Plazierung Volumen Anwendungsbereich
L1 Rabobank 50 Mio. EUR Neugeschäft Leben Westeuropa
L2 Rabobank/
HeLaBa
130 Mio. EUR Neu- und Bestandsgeschäft Leben, Kranken, Unfall Europa und Nordamerika
L3 Citibank 50 Mio. EUR Neu- und Bestandsgeschäft, Leben, Kranken, Unfall
asiatische Schwellenmärkte

Gegenwärtig wird an einer weiteren Fazilität ("L4") gearbeitet. Diese Transaktion wird sich auf fondsgebundene Lebensversicherungen aus den deutschsprachigen Märkten erstrecken.

Auch bei der Verbriefung von Naturgefahren-Risiken ist die Hannover Rück weiter aktiv: Der ersten Transaktion ("Kover") im Jahre 1994 mit einem Volumen von 85 Mio. USD folgte Ende 1996 "K2" mit einem "Portfolio-linked Swap" über 100 Mio. USD (s. InfoBrief vom 29. November 1996) und als Erweiterung von "K2" Ende 1998 eine Option über weitere 50 Mio. USD ("K2+"). Gegenwärtig wird mit den Investoren über eine Verlängerung der Ende dieses Jahres auslaufenden Kover-Transaktion verhandelt.

Die Hannover Rück benutzt die Kapitalmärkte nicht nur als Kapazitätsquelle, sondern betätigt sich auf diesem Sektor auch aktiv als Investor. So wurde für Verbriefungen ein Budget von 100 Mio. USD bereitgestellt, welches bereits mit rund 75 Mio. USD aus der Beteiligung an acht Transaktionen ausgeschöpft ist.