Erläuterungen (Notes)
Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Informationen zur Aktie
Erläuterungen der Kern-Kennzahlen und Kern-Renditekennziffern
Erläuterungen zur Bilanz
1. Kapitalanlagen
Prämienerträge werden in der Regel nicht sofort für Versicherungsleistungen verwendet, da Schäden meist nicht unmittelbar nach Abschluss eines Vertrages eintreten und sich die Regulierung über längere Zeiträume hinziehen kann. Deshalb wird ein großer Teil der Prämien zunächst den Rückstellungen zugeführt. Die dort eingestellten Gelder werden bis zur Auszahlung des Schadens so angelegt, dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität, jederzeitige Liquidität und eine angemessene Mischung und Streuung bezüglich der Anlagearten erreicht werden.
2. Depotforderungen/-verbindlichkeiten
Depotforderungen sind Kapitalanlagen, die Erstversicherer als Sicherheit für mögliche Rückversicherungsleistungen vom Rückversicherer einbehalten (in der Regel in Form von festverzinslichen Wertpapieren). Auf Seiten des Erstversicherers wird dieser Posten in der Bilanz als Depotverbindlichkeit ausgewiesen. Gleiches gilt auch für ein Vertragsverhältnis zwischen Rückversicherer und Retrozessionär. Der Rückversicherer erhält die Erträge auf diese ihm zustehenden Kapitalanlagen in Form von so genannten Depotzinsen.
3. Haftendes Kapital
Der Anteil des Kapitals, der den Kapitalgebern nach Abzug aller Verbindlichkeiten zuzurechnen ist. Eigenkapital: Besteht aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen und Gewinnrücklagen, die den Aktionären des Unternehmens gehören. Minderheitsanteile: Anteile fremder Gesellschafter am Eigenkapital bzw. am Periodenerfolg eines Unternehmens. Diese entstehen, wenn ein konsolidiertes Tochterunternehmen nicht zu 100 Prozent zum Konzern gehört. Hybridkapital: Nachrangiges Kapital, das im Wesentlichen Genussscheine und sonstige nachrangige Verbindlichkeiten umfasst.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4. Brutto/Netto
Bruttopositionen stellen die jeweilige Summe aus der Übernahme von Erst- oder Rückversicherungsverträgen dar, Retropositionen die Summe der eigenen Rückversicherungsabgaben. Die Differenz bildet die Nettoposition (Brutto-Retro=Netto, auch: für eigene Rechnung).
5. Operatives Ergebnis (EBIT)
Die Ertragskennzahl „EBIT" (Earnings Before Interest and Taxes) ist eine international gebräuchliche Messgröße für die operative Ertragskraft eines Unternehmens. Sie wird berechnet aus Jahresergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Minderheitsanteilen. Sie stellt dar, wie viel Gewinn die Gesellschaft erwirtschaftet, um Zinsen, Steuern und Dividenden bezahlen zu können.
Wichtige Bewertungskennzahlen
6. Schadenquote
Schadenaufwendungen im Verhältnis zur verdienten Netto-Prämie (in %). Diese Kennziffer zeigt an, wie hoch der Anteil der Schäden an der eingenommenen Prämie ist. Sind Schaden-/Kostenquote addiert (kombinierte Schaden-Kostenquote) unter 100 %, hat der Rückversicherer aus dem Versicherungsgeschäft (ohne Kapitalanlagen) einen Gewinn erwirtschaftet.
7. Kostenquote
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb im Verhältnis zur verdienten Netto-Prämie (in %). Diese Kennziffer zeigt an, wie hoch der Kostenanteil an der eingenommenen Prämie ist.
8. Eigenkapital-Rendite
Konzernergebnis nach Steuern zum gewichteten Eigenkapital. Inklusive Einmaleffekt aus der Akquisition des ING-Portefeuilles (2009). Dieser Wert ist besonders für die Investoren interessant, da er die Rendite auf das von ihnen investierte Kapital anzeigt.
9. Risikokapital-Rendite
Konzernergebnis im Verhältnis zum Risikokapital. Risikokapital ist das Kapital, das ein Unternehmen im Verhältnis zum gezeichneten Prämienvolumen aus Risikogesichtspunkten vorhalten muss, um alle möglicherweise auftretenden Schäden und Verpflichtungen zahlen zu können. Für die Hannover Rück ist dies: Schaden-Rückversicherung 68 % und Personen-Rückversicherung 32 % der verdienten Nettoprämie.
Erläuterungen zu den Prognosen
10. Ergebnisprognose der Hannover Rück
Inklusive Einmaleffekt aus der Akquisition des ING-Portefeuilles (2009).
Kennzahlen rund um die Aktie
11. Ergebnis je Aktie
Konzernergebnis dividiert durch die gewichtete Anzahl der Aktien. Häufig werden Planziele für ein Quartal bzw. ein Geschäftsjahr an einem bestimmten Gewinn je Aktie festgemacht. Gerade bei der amerikanischen Berichterstattung wird dieser Kennzahl die größte Aufmerksamkeit geschenkt.
12. Dividende
Die Dividende ist der Gewinn, der anteilig für eine Aktie von der Aktiengesellschaft ausgeschüttet wird. Die Dividende entspricht nicht dem Gesamtgewinn einer AG, da der Ausschüttungsbetrag vor der Auszahlung durch Rückstellungen o.ä. reduziert wird. Über die Dividendenhöhe und ihre Auszahlung entscheidet die Hauptversammlung des Unternehmens. Während in England und den USA die Dividende auch quartalsweise ausgezahlt wird, wird sie in Deutschland jährlich ausgeschüttet.
13. Buchwert je Aktie
Eigenkapital dividiert durch die gewichtete Anzahl der Aktien. Ist ein guter Hinweis auf die Substanz eines Unternehmens.
14. Preis-Buchwert-Verhältnis
Aktueller Aktienkurs im Verhältnis zum Buchwert je Aktie. Gibt einen ersten Eindruck, ob eine Aktie billig (<1) oder teuer (>2) ist.
15. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Aktueller Aktienkurs im Verhältnis zum Ergebnis je Aktie aus den Analystenempfehlungen. Auch Gewinn-Multiple genannt, gibt eine genauere Indikation, ob eine Aktie billig (<10) oder teuer (>20) ist.
16. Aktienperformance (Kursentwicklung einschließlich Dividende)
Aktienkursentwicklung im Vergleich zu unserer internen Benchmark, dem RBS Global Reinsurance Index. Die Performance ist die Wertentwicklung der Aktien in einer Periode inklusive Dividende, wobei sämtliche Erträge wieder angelegt werden. Die Wiederanlage bewirkt einen Zinseszins-Effekt, der das Gesamtresultat der Anlage positiv beeinflusst.
17. Marktkapitalisierung
Aktueller Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der Aktien. Die Entwicklung der Marktkapitalisierung (Markt- oder Börsenwert) spiegelt die Wertschöpfung eines Unternehmens wider.
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